StartseiteBlogWissen

Solar Cloud-Speicher: Virtuell Strom speichern – lohnt sich das?

Ein Solar-Cloud-Speicher ist ein virtueller Stromspeicher. Statt den überschüssigen Solarstrom physisch in einer Batterie zu Hause zu speichern, wird er ins Netz eingespeist und auf einem virtuellen Konto gutgeschrieben. Später – zum Beispiel im Winter oder nachts – können Sie den gespeicherten Strom wieder vom Netz beziehen. Das klingt verlockend: Keine teure Batterie, keine Wartung, unbegrenzte Speicherkapazität. Aber stimmt das wirklich?

Wie funktioniert eine Solar Cloud?

Das Prinzip ist rein buchhalterisch: Sie speisen überschüssigen Solarstrom ins Netz ein. Der Cloud-Anbieter schreibt Ihnen diese kWh auf einem virtuellen Konto gut. Wenn Sie später Strom aus dem Netz beziehen, wird das Guthaben abgezogen. Physisch fliesst der Strom ganz normal über das öffentliche Netz – es gibt keinen echten Speicher.

Der wirtschaftliche Vorteil entsteht durch die Differenz: Sie erhalten für den eingespeisten Strom mehr als die normale Einspeisevergütung (weil Sie ihn später zum günstigeren Cloud-Tarif zurückbekommen) und bezahlen für den zurückbezogenen Strom weniger als den normalen Netzbezugspreis.

Cloud-Speicher vs. physische Batterie

KriteriumSolar CloudPhysische Batterie
InvestitionCHF 0 (kein Hardware-Kauf)CHF 8'000–15'000
Monatliche KostenCHF 15–50 (Grundgebühr)CHF 0
SpeicherkapazitätVirtuell unbegrenzt5–30 kWh
WirkungsgradCa. 70–80% (Aufschlag)90–95% (Round-Trip)
NotstromNeinJa (optional)
Vertragslaufzeit1–2 JahreKeine (eigenes Eigentum)
InsolvenzrisikoGuthaben geht verlorenKein Risiko
LebensdauerVertragsabhängig15–20 Jahre
Saisonale SpeicherungJa (Sommer zu Winter)Nein (nur Tag zu Nacht)

Anbieter in der Schweiz

Der Schweizer Markt für Solar-Cloud-Speicher ist noch überschaubar. Einige Energieversorger bieten Cloud-ähnliche Modelle an, wobei die Konditionen stark variieren:

Modell 1: Virtueller Speicher beim EVU

Einige lokale Energieversorger bieten ein Cloud-Modell an, bei dem überschüssiger Solarstrom auf einem Konto gutgeschrieben und später zum Bezugspreis (minus einem kleinen Aufschlag) zurückbezogen werden kann. Die Grundgebühr liegt typischerweise bei CHF 10–25 pro Monat.

Modell 2: Community-Speicher

Plattformen wie die sonnenCommunity bieten ein Sharing-Modell: Mitglieder mit PV-Anlagen teilen ihren Überschuss untereinander. Der virtuelle Speicher wird durch die Gesamtheit aller angeschlossenen Batterien und Anlagen gebildet. In der Schweiz ist dieses Modell noch wenig verbreitet.

Modell 3: Bilanzielle Verrechnung

Das einfachste Modell: Der Netzbetreiber verrechnet Einspeisung und Bezug jährlich. Überschuss im Sommer wird mit Bezug im Winter verrechnet (Net Metering). In der Schweiz ist echtes Net Metering nicht standardmässig verfügbar, einige EVU bieten aber ähnliche Modelle an.

Wirtschaftlichkeitsanalyse

Szenario: 10 kWp Anlage, 4'500 kWh Verbrauch

Option A: Cloud-Speicher

Option B: 10 kWh Batterie

Beide Optionen liefern in diesem Beispiel einen ähnlichen, bescheidenen Netto-Vorteil. Die Batterie bietet zusätzlich Notstrom und Unabhängigkeit, während die Cloud keine Vorab-Investition erfordert.

Risiken des Cloud-Speichers

Wann macht eine Solar Cloud Sinn?

Wann lieber eine physische Batterie?

Fazit

Solar-Cloud-Speicher sind eine interessante Option für Anlagenbetreiber ohne Budget für eine physische Batterie. Für die meisten Eigenheimbesitzer ist jedoch eine Kombination aus Batterie und Eigenverbrauchsoptimierung die bessere Wahl. Prüfen Sie die Angebote Ihres lokalen EVU und vergleichen Sie sorgfältig – rechnen Sie Grundgebühren, Aufschläge und Vertragslaufzeiten mit ein.

Optimal speichern berechnen

Cloud oder Batterie? Finden Sie die beste Lösung.